Grundlagen der Meisner-Technik

Beschreibung des Workshops in Steven’s eigenen Worten:

We will be working on “the ability to live truthfully,” by using the repetition exercise, which is an improvisational exercise that teaches you to focus on your partner, and if you really focus, you will start to really respond. TRUTHFULLY. And that’s what we are after, the truthful response, not the “this-is-what-I’m-suppose-to-say,” response (from the brain), but this is the TRUE thing to say because this is what I get from the other person right now. It’s an amazing exercise because it’s simple and honest. It’s not easy, but it’s simple.

In this approach our emotions come freely, as a side benefit, a gift, when our attention is on something else – and that something else is what we are doing. Really listening, really working off our fellow actors and being in response to what is happening. Following our impulses from one unanticipated moment to the next unanticipated moment. Meisner told us, “The seed to the craft of acting is the reality of doing. This principle: The Reality of Doing (really doing) is the foundation of all good acting.”

On the last day of the workshop we will use text in the exercise (a short scene the actors will have memorized) to show how far your impulses can take you in your acting when you truly listen and work off your partner and not from your head.

I love this work because it is a very healthy approach to the craft of acting. The work is grounded in who we are today and what our past experiences mean to us now!

There are many acting techniques, and the ones that are valid will help you arrive at the one ultimate truth, your truth. The work we will do together will lead you to acting with a deep personal meaning, a wonderful simplicity and to a level of working where technique disappears and what remains, is you in your acting.

These workshops offer a foundation and advanced work of the Meisner Technique, which was developed by Sanford Meisner at The Neighborhood Playhouse in New York City, where he taught for more than 50 years – and where I had the privilege of being one of his students 25 years ago.

In his work at the Playhouse, Meisner trained many of our most distinguished actors and directors, including Robert Duvall, Sydney Pollack, Tony Randall, Christopher Lloyd, James Caan, Diane Keaton, Joanne Woodward, Steve McQueen, Jeff Goldblum, Allison Janney and many more.

The technique is based on truth. Meisner said, “Acting is the ability to live truthfully under given imaginary circumstances.

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Die Meisner Technik:

Sanford Meisner – war einer der Schauspieler und Säulen des “Group Theater”, einer der ersten Lehrer des Actors Studios, Gründer von The Neighborhood Playhouse und ein großer Freund und Kollege von Lee Strasberg und Stella Adler. Obwohl seine Technik aus seiner Erfahrung mit der Stanislawski -Methode stammt, lehnte er in gewisser Weise die Verwendung des emotionalen Gedächtnisses ab, um zur konkreten Basis des „Tuns“ – einer wichtigen Komponente des Schauspielens – zurückzukehren. Anstatt den Fokus auf das emotionale Gedächtnis zu setzen, zieht er es vor, die Phantasie zu benützen um die Emotionen des Schauspielers zu stimulieren. Aus den Schauspielern des “Group Theater”, Sanford Meisner, Stella Adler und Lee Strasberg, entwickelten sich wichtige Lehrmeister der Interpretation, die einen tiefgreifenden Einfluss sowohl auf die amerikanische, als auch die europäische Kultur haben. Sanford Meisner wird als einer der wichtigsten Schauspiellehrer des 20. Jahrhunderts gesehen. Am Neighborhood Playhouse in New York hat Meisner eine der vollständigsten Techniken der westlichen Welt entwickelt, basierend auf dem Prinzip, dass die Arbeit des Schauspielers ihren tiefgründigsten Ausdruck im spezifischen Verhalten erreicht, wenn der Schauspieler den Umständen entsprechend auf andere Menschen auf echte und persönliche Art reagiert. Die Technik baut seine Fundamente auf “Wahrheit“ auf. Meisner sagte: „Die Schauspielerei ist die Fähigkeit ehrlich unter bestimmten imaginären
Umständen zu leben“.

Anfangs fragte sich Meisner, wie man praktische Elemente kombinieren kann, um auf natürliche Art und Weise sowohl Impulse, als auch spontane und natürliche Reaktionen im Schauspieler entstehen zu lassen. Meisner ist zu dem Schluss gekommen, ehrlich wie ein Mensch zu reagieren, in jedem Augenblick aufmerksam zu sein, und auf die Umstände und Menschen um sich herum zu hören. Der Schauspieler muss erkennen, dass es keine Distanz zwischen der Rolle und sich selbst gibt. Das Zuhören als Person und dann das Zuhören unter imaginären Zuständen zu trainieren, sind die Grundvoraussetzung dafür, mit der Szenen und Rollengestaltung zu beginnen.

Er pflegte zu sagen, dass Beziehungen nicht existieren. Die Anhäufung von geschaffenen Momenten zwischen zwei Personen ist in jedem Augenblick das, was die Beziehung anzieht. Somit ist für ihn die Grundlage des Schauspielens bzw. Handelns es eben „wirklich zu tun“. Eine gute Leistung basiert auf dem Instinkt des Herzens und nicht auf der Rationalisierung der Arbeit, was eine der schlimmsten Störungen für einen Meisner Schauspieler darstellt. Er hat sich nie als Lehrer der „intellektuellen“ Vorgangsweise bezeichnet.

Für Meisner ist die Entwicklung und Ausbildung des Hörtrainings wichtiger als die Wiedergabe und Darstellung (Performance). Um ein Stück von Mozart zu spielen, muss ein Musiker zuerst lernen und üben, die Tonleitern auf und ab zu spielen. Er bringt diesen Idealismus sehr speziell von der praktischen Seite ins Spiel und bedingt damit eine der wichtigsten Lehren der Interpretation des zwanzigsten Jahrhunderts. Neben der Technik selbst, baut er auf die Lebensphilosophie: lebe den Moment.

Sanford Meisner hat nicht nur eine Technik entwickelt, sondern er hat es auch geschafft, Lehrer wie Steven Ditmyer auszubilden, die sich durch ihre große Fähigkeit auszeichnen mit dem Schüler eine Verbindung aufbauen zu können und diesen zu ermutigen, in seiner eigenen Welt zu suchen, eine Wahrheit zu finden, die effektiv die Szene verwandelt und mit Leben füllt. Es ist diese Lehrer – Technik –Schüler Verbindung, die einen Workshop zu einer transzendentalen Erfahrung machen lässt, und eben nicht die transzendentale Anwendung, getrennt von der theoretischen Anwendung, sieht.

Meisner hat sich damit beschäftigt, Übungen zu gestalten, die auf Wiederholung und dem Zuhören des Partners basieren, um den Schauspieler von seiner permanenten Selbstbeobachtung zu befreien. Um genau das wiederholen zu können, was der Partner sagt, muss man seine ganze Aufmerksamkeit dem Partner widmen. Auf diese Weise hört der Schauspieler damit auf, an sich zu denken, und dementsprechend hört er auch damit auf, seine vor etablierten Konzepte, über wie und was er betrachten und tun soll, zu nähren. Handlungen gestalten sich als das, was spezifisch existiert, etwas worauf man wahrhaftig reagieren kann. Dies macht es dem Schauspieler unmöglich, nur so zu tun, als ob er etwas tun würde, die Rolle zur Schau zu stellen/darzustellen; der Schauspieler führt tatsächlich die Handlungen aus, er “tut“ wahrhaftig, und so entpuppt sich Schritt für Schritt die Rolle. Auf die eigene Intuition zurückzukehren bestätigt sehr wohl, dass konkrete Handlungen und das Zuhören der Motor eines Schauspielers sind, und so hat ein guter Schauspieler seine Wurzeln im Instinkt des Herzens und nicht so sehr in der Rationalisierung der Arbeit im Gehirn, was laut Meisner die schlimmste Interferenz/Störung für einen Schauspieler ist. Er hat sich selbst nie als einen “intellektuellen“ Schauspiellehrer bezeichnet.

„If you have the emotion, it infects you and the audience. If you don’t have it, don’t bother; just say your lines as truthfully as you are capable of doing. You can’t fake emotion.“
– Sanford Meisner

Hier geht’s zu einem Interview mit Steven über die Meisner Technik.